GAL-Forschungsfokus Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz prägt das Zusammenleben gegenwärtiger Gesellschaften und findet sich in ganz unterschiedlichen lebensweltlichen Zusammenhängen. Ein Sprachassistent, der in den eigenen vier Wänden einzieht, eine Übersetzungssoftware, die verwendet wird, um ein Bewerbungsschreiben in eine Fremdsprache zu übersetzen, eine verstorbene Schauspielerin, die in einem Film mittels KI zum Leben erweckt wird – die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher-Intelligenz-Verfahren sind vielfältig. Weil Sprache bei der Entwicklung und Verwendung von KI-Verfahren eine bedeutende Rolle zukommt, hat auch die Linguistik dieses Themengebiet für sich entdeckt und widmet sich gänzlich unterschiedlichen Fragestellungen: Reproduzieren Sprachassistenten Gender-Stereotype oder verstärken sie gar? Wie verändert das sprachliche Interagieren mit Chatbots den Sprachgebrauch? Welche Konzeptualisierungen von KI prägen den öffentlichen Diskurs? Wie sollten Pflegeroboter mit Nutzer*innen sprechen, damit Vertrauen in sie erhöht werden kann? Wie können KI generierte Texte im Schulunterricht sinnvoll und kritisch-reflexiv eingesetzt werden?
Der GAL-Forschungsfokus widmet sich quer zu unterschiedlichen linguistischen Teildisziplinen – von der Psycholinguistik über die Interaktionslinguistik bis hin zur Diskurslinguistik und Fachdidaktik – dem Einfluss von KI-Verfahren auf Sprache (und andere Zeichen) sowie dem Einfluss der Sprache (und von anderen Zeichen) auf KI-Verfahren. Durch die Beteiligung einer Vielzahl unterschiedlicher linguistischer Teildisziplinen erscheint auch das Spektrum der Methoden, die an der Untersuchung des Forschungsfeldes Künstliche Intelligenz beteiligt sind, als sehr vielfältig und soll im Rahmen des Forschungsfokus ausgelotet werden. Es reicht von gesprächs- und konversationsanalytischen Methoden über Methoden zur Analyse geschriebener Sprache hin zu ethnografischen Methoden. Sowohl qualitative und quantitative Zugriffe spielen dabei eine Rolle. Einem Austausch zwischen linguistisch und didaktisch Forschenden und Praktiker*innen, die sich anwendungsorientiert mit sprechender (und schreibender) KI, dem Sprechen (und Schreiben) mit KI sowie dem Sprechen über KI beschäftigen, werden dabei Impulse gegeben. Ein Ziel des Forschungsfokus ist es, eine informierte öffentliche Debatte über KI anzuregen und dabei Sprache im Zusammenhang von KI kritisch auszuleuchten.
Koordination des Forschungsfokus:
Kontakt: PD Dr. Nina Kalwa (nina.kalwa@uni-tuebingen.de)
Dr. Monika Hanauska (monika.hanauska@kit.edu)
Prof. Dr. Annette Leßmöllmann (annette.lessmoellmann@kit.edu)
Aktivitäten des GAL-Forschungsfokus:
- Regelmäßige Veranstaltung des Online-Kolloquiums „Artificial Friday“ – artificial-friday.de (organisiert von Nina Kalwa)
- Panel „Kommunikationskulturen und KI“ (organisiert von Nina Kalwa) bei der Konferenz „Computing und Cultural Practice“ vom 21. bis 23.09.2026 an der RPTU Landau.
- AI Companionship Meet-Up am 10.12.2025 im KI-Makerspace in Tübingen (organisiert von Nina Kalwa und Christoph Koch)
- GAL Pre-Panel „KI verstehen. AI-Literacy in der Angewandten Linguistik“, am 16.09.2025 an der Universität Hildesheim (organisiert von Nina Kalwa und Jan Georg Schneider)
- Öffentlicher Abendvortrag von Katharina A. Zweig „Plappernde Papageien oder Superhumans – was können Sprachmodelle?“ am 27.02.2025 im Foyer InformatiKOM (organisiert von Patrizia Attar und Nina Kalwa)
- GAL Research School, am 27. und 28.02.2025 im InformatiKOM des KIT in Karlsruhe (organisiert von Patrizia Attar und Nina Kalwa).
