Fachkommunikation

Die Sektion beschäftigt sich mit Fachkommunikation, z.B. in den Domänen Recht, Medizin, Gesundheit, Technik, Informatik oder Wirtschaft ausgehend von folgenden Kernfragen:

  • Welches sind die kommunikativen Formate und Besonderheiten der jeweiligen Fachsprachen und den zugeordneten Vermittlungsebenen?
  • Welches sind die dominanten fachsprachlichen Formate und Medien?
  • Wie werden fachkommunikative Prozesse in adäquaten Modellen repräsentiert?
  • Mithilfe welcher Methoden wird versucht, Gegenstandsbereiche und Domänen insbesondere in den zunehmend bestimmenden elektronischen Formaten und in ungesteuert interaktiver Kommunikation fassbar und interaktiv überprüfbar zu machen?
  • Welche multimodalen Kommunikationsstrategien sind für die Fachkommunikation bedeutsam?

Das interdisziplinäre Interesse der Sektion Fachkommunikation richtet sich dabei auf fachliche Kommunikation und fachliche Bedeutungsräume jeder Art und Provenienz. Im besonderen Interesse stehen dabei die komplexen, mitunter kaum einseitig steuerbaren Aushandlungsprozesse zwischen diversen Kommunikator-Ebenen. Hier reicht das Spektrum von semantischen Experten- und Laien-Räumen bishin zu Kommunikationsformaten der „Leichten Sprache“.

Fachliche Bedeutungsräume werden allgemein durch fachinternes Wissen fundiert, fachextern von einem breiten und dispersen Publikum geteilt und außerhalb der Herkunftsfächer und -kulturen weiter kommuniziert. Hier finden komplexe Aushandlungsprozesse statt, die immer auch ein Missverstehen und Umdeuten seitens der Rezipienten (Patienten, Kunden, Wähler usw.) umfassen. Daher stehen fachinterne, fachexterne und interfachliche Kommunikationen und die zugehörigen Aushandlungsprozesse und -routinen im besonderen Fokus dieser Sektion.

Ausgeleuchtet werden die Domänen und die Art und Weise, wie hier jeweils kommuniziert wird, so etwa:

  • Fachsprachen jeder Art
  • Fachliche Denk- und Kommunikationsstile
  • Fachkognitionen und -stereotype
  • Fachliche Kodierung und Kodifizierung
  • Fachliche Kommunikationskämpfe
  • Fachliche Diskurse /zwischen Experten und Laien
  • Fachliche Veranschaulichung (sprachlich und ikonisch)
  • Fachliche Risikokommunikation
  • Fachliche Vermittlungskommunikation
  • Fachlicher Wissenstransfer
  • Fachliche Konzepte und deren Versprachlichung
  • Fachliche Mehrsprachigkeitskommunikation

Kurzbericht zur Arbeit der Sektion Fachkommunikation 2010–2012

Sitzungen

Die Sektion hat auf der GAL-Jahrestagung 2010 selbstständig getagt. Auf der Sektionentagung in Erlangen 2011 hat die Sektion teilweise selbständig, teilweise in Kooperation mit der Sektion Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft getagt.

 

Schwerpunktthemen

2010: Fachkommunikationskompetenzen: Ihre Vermittlung in Schule, Hochschule und Beruf

2011: Fachkommunikation und Wissen: Vermittlung fachlicher Inhalte im schulischen und beruflichen Kontext

 

Liste der Vorträge 2010

Angelika Redder (Hamburg)

Von der ‘Bildungssprache’ zur ‘alltäglichen Wissenschaftssprache’ (40 TeilnehmerInnen)

 

Catherine Jaeger (Braunschweig) / Axel Polletti (Passau)

Die Entwicklung von Fachkommunikationskompetenz in Fremdsprachen: Zwei Modelle im Vergleich (35 TeilnehmerInnen)

Fabienne Quennet (Marburg)

Räume entdecken – Sprachkompetenz fördern. Ein Best-Practise-Beispiel aus der universitären CLIL-Ausbildung für Geographen (30 TeilnehmerInnen)

Joachim Grzega (Eichstätt)

Lernen durch Lehren (LdL) als Konzept zur Vermittlung von Fachkommunikationskompetenzen (30 TeilnehmerInnen)

Inga Harren (Bayreuth)

Fachliche Zusammenhänge präzise formulieren lernen – Sprachförderung im Unterrichtsgespräch (35 TeilnehmerInnen)

 

Patrick Grommes, Anneke Naumann, Jens Siemon (Hamburg)

Fachkommunikationskompetenzen mehrsprachiger SchülerInnen (35 TeilnehmerInnen)

Uta Großmann (Leipzig)

Inhaltliche Inkongruenzen bei der Fachtextrezeption in DaF seitens ausländischer Studierender der Wirtschaftswissenschaften (20 TeilnehmerInnen)

Birgit Beile-Meister /  Andrea Schilling (Münster)

Kommunikative Erfordernisse im juristischen Auslandspraktikum –

Didaktische Rückschlüsse für Fachsprachkurse Englisch (20 TeilnehmerInnen)

 

Juliane Krause / Nora Wetzel (Göttingen)

Herausforderungen der Experten-Laienkommunikation im Interaktionsrahmen Verwaltungam Beispiel des Projekts „Bürgernahe Verwaltungssprache im Landkreis Göttingen“, durchgeführt von der linguistischen Unternehmensberatung Sprachwerk (20 TeilnehmerInnen)

Liste der Vorträge 2011

Ina Karg (Göttingen)

Wie wird “Fachliches“ und dabei fachlich-fachwissenschaftlich Verantwortbares in Unterrichtswerken und Materialien für den Deutschunterricht vermittelt? (33 TeilnehmerInnen)

Barbara Schmidt-Thieme (Hildesheim)

Erklären können als professionelle Kompetenz von Lehrerinnen und Lehrern (23 TeilnehmerInnen)

Bernt Ahrenholz, Seanna Doolittle, Diana Maak & Julia Ricart Brede (Jena)

Sprachliche Mittel in Schulbuchtexten der Sekundarstufe (19 TeilnehmerInnen)

Marleen Häußler / Christian Efing (Heidelberg)

Sprachlich-kommunikative Implikationen fachlichen Lernens in der Ausbildung (22 TeilnehmerInnen)

Alexander Holste (Duisburg-Essen)

Vermittlung fachtextsortenspezifischer Stilkompetenz für kooperative Schreibprozesse in Großunternehmen (26 TeilnehmerInnen)

Simone Burel (Heidelberg)

Konstituierung von Identität in Unternehmenstextsorten (22 TeilnehmerInnen)

Maria Mushchinina (Freiburg)

Fachsprachlichkeit in der Wirtschaftskommunikation (am Beispiel des Russischen) (21 TeilnehmerInnen)

Ortrun Kliche (Köln)

Zwischen Wort und Zeichenstift: Medizinstudierende erklären PatientInnen einen Befund (18 TeilnehmerInnen)

Katja Klammer / Maciej Krysciak (Leipzig)

Denken und Schreiben im Fach: Der Denkstil in der Fachkommunikation (23 TeilnehmerInnen)

Veröffentlichungen aus dem Kontext der Sektionsarbeit

Es sind keine Veröffentlichungen aus der Sektionsarbeit von Seiten der Sektionsleitung betrieben worden.

 

Aktivitäten zwischen den Jahrestagungen

Außer der Teilnahme an den Beiratssitzungen haben keine Aktivitäten von Seiten der Sektionsleitung stattgefunden

Geplante Schwerpunktthemen (in den folgenden zwei Jahren)

  • Das Schwerpunktthema für beide Jahre soll lauten: Experten-Laien-Kommunikation. In diesem Rahmen sollen Beiträge zusammengeführt werden, die sich mit den verschiedenen fachsprachlichen Wissens- und Terminologieordnungen befassen, insbesondere dort, wo die fachsprachlichen Konzepte medial in eine multimedial rezipierende Öffentlichkeit geleitet werden, die nicht nur rezeptiv, sondern in hohem Maße auch als Entscheidungsträger gesellschaftlichen Einfluss ausüben. Fachsprachliche und fachliche Domänen werden dabei von nicht im Vorhinein nicht selektiert, sondern es wird versucht werden, verschiedene Bereiche zu integrieren.

 

Aarhus und Göttingen, im Januar 2012

Jan Engberg

Albert Busch